Anna Unternährer

Anna Unternährer

Wie ist es zu deiner Leidenschaft zum Surfen gekommen?

Im Jahr 2011, als ich für 3 Monate solo in Amerika unterwegs war, landete ich plötzlich auf der Couch einer 6er-Surf-Lifeguard-Männer-WG in Costa Mesa. Zu der Zeit hatte ich keine Ahnung vom Surfen, konnte aber nicht nein sagen, als die charmanten Jungs mir anboten, mit ihnen «surfen» zu gehen. Und obwohl ich – wie das halt so ist, wenn man zum ersten Mal surfen geht – mega auf den Kopf bekommen habe, hat es mich irgendwie gepackt. Ab dem Moment wusste ich, dass ich einen Weg finden musste, das Surfen zu einem Teil meiner täglichen Routine zu machen.

Was geschah dann?

Es folgten zehn Jahre, in denen ich ständig zwischen dem Ausland und der Schweiz pendelte, mehrere Nebenjobs in der Gastronomie (Flight Attendant, Barkeeper, etc.), sowie einen Bachelor in Germanistik und Anglistik. Nach einem Praktikum und einem längeren Aufenthalt in Australien, wo ich fast sechs Monate lang täglich surfen konnte, beschloss ich, nur noch Jobs anzunehmen, die es mir erlauben, orts- und zeitunabhängig zu arbeiten. Ich fing an, für Mags und Start-ups zu texten und machte anschliessend einen Master mit Schwerpunkt Markenkommunikation. Heute, zehn Jahre später, bin ich überglücklich, dass ich endlich selbst entscheiden kann, wann ich wohin gehe und wo ich wie lange bleibe.

Was fasziniert dich am Surfen/ wieso machst du es?

Surfen ist für mich Freiheit, Verbindung mit dem Moment und den Elementen, Herausforderung und Wachstum. Die Welt zu bereisen, um verschiedene Spots zu surfen, Gleichgesinnte zu treffen, die man dann plötzlich an einer ganz anderen Stelle im Lineup wiedertrifft; seine Komfortzone zu verlassen, wenn man neue oder anspruchsvollere Spots surft und das unglaubliche Gefühl, das man bekommt, wenn man es geschafft hat, selbst auferlegte Grenzen zu überwinden und sich selbst ein Stück weiter zu pushen. Es ist eine Lebensschule.

Du darfst nur noch einen Ort für den Rest deines Lebens fürs Surfen auswählen. Welcher Ort wäre das-und wieso?

Den Namen kann ich hier leider nicht verraten, aber es wäre ein Ort, der das ganze Jahr über konstante Wellen hat, von einer atemberaubenden Landschaft umgeben ist und leckere Flat Whites und IPA's bietet.

Was oder wer ist deine grösste Inspiration wenn es ums Surfen geht? (Sei kreativ!)

Alle Surfer: die Groms, die gerade erst mit dem Surfen angefangen haben und schon Tricks machen, von denen ich nur träumen kann; die Omas und Opas, die schon seit Jahren surfen und auch mit 70-80 Jahren noch Lust auf eine Longboard-Session haben; die Pros, die Monsterwellen surfen oder einen krassen Stil haben wie auch alle Anfänger, die sich bereits an den kleinsten Erfolgen unglaublich freuen. Sie alle sind auf ihre Weise inspirierend, weil sie uns an das endlose Wachstumspotenzial erinnern, das Surfen bietet – sowohl auf physischer als auch auf mentaler Ebene.

Wie fühlt es sich an ein Teamrider von Surfari zu sein?

Grossartig! Es ist echt schön, Teil einer Crew zu sein, die genauso leidenschaftlich über den Ozean und das Surfen ist wie man selbst und die einem hilft, das Beste aus jeder Session herauszuholen, indem sie einen berät und mit toller Ausrüstung ausstattet.

Kann man in der Schweiz von einer Surfszene reden?

100%!

Falls ja, bist du in einem Club aktiv oder passiv tätig?

Ich schreibe regelmässig fürs WaveupMag und den Waveupblog und bin Moderatorin am Swiss Surf Film Festival. (https://www.swisssurffilmfestival.ch)

Was war bis jetzt deine grösste Herausforderung im Surfen?

Surf-fit bleiben trotz langer Aufenthalte in der Schweiz.

Was ist dein schönstes Surfabenteuer? Beschreibe eine Anekdote aus einem Surftrip.

Eine Freundin und ich mieteten 2019 einen Van in Australien und reisten von Sydney in den Norden. Als ich in Crescent Head ankam, rief ich einen Kumpel an, den ich bei meiner letzten Reise kennengelernt hatte. Er war in den Bergen, gab uns aber die Wegbeschreibung zu seiner selbstgebauten Hütte, die irgendwo draussen im Busch steht und bat uns eine heisse Dusche (solargeheiztes Regenmasse) und sein Bett an (Story dazu hier: https://waveupblog.ch/english-articles/a-night-in-crescent-head/). Am nächsten Tag schickte er mir die Nummer seines lokalen Freundes, den ich unbedingt treffen sollte. Ohne zu wissen, wer diese Person war, rief ich die Nummer an. Kurze Zeit später sassen wir Albert Falzon bei Kaffee und Kuchen gegenüber, sprachen über das Surfen und unsere Reiseabenteuer und philosophierten über das Leben. (Story dazu: https://waveupblog.ch/english-articles/talking-life-with-albert-falzon/). Die Grosszügigkeit meines Freundes und die Selbstverständlichkeit, mit der er uns sein Haus zur Verfügung stellte, sowie die unglaublich schönen Gespräche, die wir mit Alby führen konnten, sind für mich genau das, was Surfen und die Surf Community so einzigartig macht.

 

Hier findest Du noch weitere Infos über Anna:

Instagram: https://www.instagram.com/annaunt

Swiss Surf Film Festival: https://www.swisssurffilmfestival.ch/

Waveup Mag Artikel: https://waveupblog.ch/autor/gastautor/

https://www.redbull.com/ch-de/surfen-in-der-schweiz-spots https://www.redbull.com/ch-de/landlocked-die-surfszene-der-schweiz